Derzeit verfügen 35 Aargauer Apothekerinnen und Apotheker über eine Weiterbildung, die sie dazu befähigt, Impfungen zu verabreichen. Nur in ihrem eigenen Kanton nützt ihnen das nichts, hier dürfen Apotheker selber nicht impfen.

Im Rahmen der Grippeimpfkampagne spannen Ärzte und Apotheker zusammen. Apotheken bieten die Grippeimpfung an, wenn ein Arzt anwesend ist. Das ist ein erster Schritt, aber er ist nicht nachhaltig.

Apotheker sind keine Ärzte und Patienten gehören in ärztliche Betreuung, auch fürs Impfen. Gerade die Impfung gegen die saisonale Grippe macht aber auch bei ansonsten gesunden Menschen Sinn. Sie schützen damit sich selbst und ihr Umfeld. Wenn es möglich ist, sich spontan in der Mittagspause in der Apotheke piksen zu lassen, anstatt einen Termin beim Arzt zu vereinbaren, sinkt die Hemmschwelle, und die Impfrate kann ansteigen.

Das ist im Interesse des gesamten Gesundheitswesens: Eine Impfung kostet weniger als vielleicht mehrere Arztkonsultationen wegen der Grippe. Wer geimpft worden ist und deswegen nicht erkrankt, kann die Grippe auch nicht weiterverbreiten und gefährdet so keine Menschen, bei denen die Krankheit potenziell tödlich ist.

Zumindest bei der Grippeimpfung sollte das Aargauer Gesundheitsgesetz gelockert werden. Die Apotheker mit der nötigen Weiterbildung verfügen über die richtigen Einrichtungen, das Fachwissen über Wirkstoffe und die Kompetenzen, bei Komplikationen richtig zu handeln.