Der Fahrdienst Uber Pop wird in der Stadt Zürich eingestellt. Damit steht der günstigste und der umstrittenste der drei Uber-Dienste in der grössten Schweizer Stadt nicht mehr zu Verfügung. In Lausanne und Basel bleibt der Dienst erhalten. Der Entscheid könnte Signalwirkung haben.

Mit Uber Pop konnte Jedermann mit seinem Privatauto Passagiere mitnehmen. Das US-Unternehmen Uber kassiert einen Teil des Fahrpreises, die Risiken blieben jedoch beim Fahrer. Mitte Juni hatte der Zürcher Regierungsrat dieses Treiben für illegal erklärt. Nun hat Uber offenbar die Konsequenzen gezogen.

Auch wenn die eine oder die andere Nachteule diesen Schritt bedauert. Er ist aus der Sicht der Fahrer richtig. Es darf nicht sein, dass die Gesellschaft ein Prekariat entstehen lässt, das sich selbst ausbeutet. Das entspricht nicht der schweizerischen Vorstellung von Sozialpartnerschaft. Ohnehin können sich die Uber-Pop-Fahrer nun bei den anderen beiden Diensten registrieren lassen und weiterhin beim Fahrdienst bleiben.

Bei aller Zustimmung zum Entscheid: Die Vorzüge der neuen Technologien sollten nicht einfach ignoriert werden. Uber macht vor, wie Mobilität effizient genutzt werden kann, wie ein zeitgemässes Bestellwesen für ein Taxi funktioniert. Wer regelmässig im Ausland weilt, weiss, dass Uber-Autos nicht nur sauberer sind als Taxis, sondern deren Benutzung meist auch mit weniger Risiken verbunden ist. Wer ist im Ausland nicht schon mal von einem Taxifahrer übers Ohr gehauen worden?

Nicht nur wegen Uber muss das Schweizer Arbeitsrecht den neuen technologischen Gegebenheiten angepasst werden. Flexibleres Arbeiten soll möglicher werden. Die starre Fixierung auf die Arbeitszeit ist schon fern aller Lebensrealität.