In der Demokratie wird geredet, gefeilscht und gestritten – und irgendwann entschieden. Genau so lief es in Aarau bei der Gesamtrevision Bau- und Nutzungsordnung (BNO). Und weil niemand die 1400 Unterschriften für ein Referendum gesammelt hat, wird es – ganz grosse Überraschungen ausgeschlossen – keine Volksabstimmung geben.

Der Weg für die Teilrevision Nutzungsplanung «Stadion» wäre damit eigentlich frei – auch wenn er länger dauert als bisher kommuniziert (Mai/Juni statt Februar).

Es ist schwer, zu verstehen, weshalb jetzt mittels einer Stimmrechtsbeschwerde nochmals Sand ins BNO/Stadion-Getriebe gestreut wird. Gewiss, die Beschwerdeführer haben recht, wenn sie sagen, der Text auf dem Referendumsbogen sei unverständlich (juristisch ist er wohl korrekt). Gewiss, die Stadtverwaltung hätte ihnen eine Erklärungshilfe geben können.

Aber warum sind ihnen all die grundsätzlichen Überlegungen erst so kurz vor Torschluss in den Sinn gekommen? Geht es ihnen wirklich um das Referendum oder nicht doch um Verzögerung? Den einen bei der Bau- und Nutzungsordnung, den anderen indirekt beim Stadion.

Die Beschwerdeführer reizen alle Möglichkeiten aus. Sie gehen damit ein grosses Risiko ein. Sollten sie am Ende nicht recht bekommen, müssten sie sich den Vorwurf des Missbrauchs von demokratischen Rechten gefallen lassen.

Besser wäre es, sich jetzt auf den Abstimmungskampf über das Stadion vorzubereiten. Der Tag des finalen Entscheids ist nah, die Zeit der Mätzchen eigentlich vorbei.

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