Der Regierungsrat hat die Beschwerde von Nancy Holten gutgeheissen und sie nun direkt eingebürgert. Er hat damit den einzig richtigen, nein: den einzig vernünftigen Entscheid gefällt. Dies aus drei Gründen:

Erstens gibt es nicht einen sachlichen Grund gegen ihre Einbürgerung. Das räumen selbst die Holten-Gegner im Dorf ein. Sie haben Nein gesagt, weil sie Holten respektive ihre Art, die in hohem Takt zwischen Mediengeilheit, Hyperaktivismus, Militanz und Penetranz mäandert, nicht mögen. Das ist verständlich, legitim und jedem selbst überlassen. Holten macht es vielen mit ihrer Art in der Tat leicht, sie nicht zu mögen. Doch das ist kein objektiver Grund. Wenn am Schluss die Nase, die Beliebtheit oder der Ernährungsstil entscheidet, ob jemand Schweizer wird oder nicht, dann gute Nacht Schweiz und guten Morgen Bananenrepublik.

Zweitens hätte eine erneute Rückweisung der Causa Holten die Gemeinde erheblich belastet. Zum einen emotional, zum anderen aber auch inhaltlich. Der Gemeinderat kündete prophylaktisch an, er werde das Einbürgerungsgesuch dem Souverän nicht ein drittes Mal vorlegen. Ob man jedoch einer Kandidatin, die alle Kriterien erfüllt, einfach sagen kann: Nein, dich wollen wir nicht, ist fraglich.

Drittens sticht auch das Argument, der Regierungsrat trete den Volkswillen mit Füssen, nicht. Das Einbürgerungsgesetz wurde in einem demokratischen Prozess legiferiert. Wem nicht passt, dass die Einbürgerung heute praktisch ein Verwaltungsakt ist, kann dies ändern. Demokratisch. Sofern er den Volkswillen auf seiner Seite hat.

«Yess, strike!» – Nancy Holten über das Gefühl, den Schweizer Pass zu bekommen.

«Yess, strike!» – Nancy Holten über das Gefühl, den Schweizer Pass zu bekommen.