Im Jahr 1995 kamen in der Schweiz 3639 Fohlen der Freiberger-Rasse auf die Welt, 2015 waren es noch 2019 – das entspricht einem Rückgang von 44,5 Prozent. Ständerätin Anne Seydoux (CVP/JU) schlägt deshalb Alarm: Der Bundesrat solle «geeignete innovative Massnahmen prüfen», um den Geburtenrückgang bei den Freiberger-Pferden, welche die letzte Rasse schweizerischer Herkunft sind, aufzuhalten. Insbesondere der Wissensschatz der Züchter müsse erhalten bleiben, fordert sie in ihrem Postulat.

«Schweizer Frischmilch für die Schweizer Armee» ist der Vorstoss des ehemaligen SVP-Präsidenten Toni Brunner übertitelt – er greift zum Mittel der Motion, damit die hiesigen Soldaten kein Milchpulver mehr vorgesetzt erhalten (was gar nicht der Fall sei, sagt der Bundesrat). FDP-Ständerat Joachim Eder seinerseits fordert in seinem Postulat, die «Auswirkungen der geplanten Abschaltung der analogen Telefonanschlüsse auf Lifttelefone und andere Alarmierungssysteme zu prüfen».

Die drei Beispiele sind eine Auswahl der Vorstösse, über die sich die Bundesparlamentarier in den kommenden Tagen beugen müssen. Sie haben das Gefühl, es gäbe in Bern Entscheidungen von grösserer Tragweite zu treffen? Dann sind Sie einer Meinung mit dem Tessiner FDP-Ständerat Fabio Abate.

Er will die «Vorstossflut» eindämmen – mittels Vorstoss. Das Recht der Parlamentarier soll dahin gehend eingeschränkt werden, dass diese nicht mehr in der gleichen Kadenz Forderungen an den Bundesrat stellen können. Das vorberatende Büro des Ständerates schlägt allerdings die Ablehnung des Postulates vor. Das Einreichen von Vorstössen sei eines der «wichtigsten Handlungsinstrumente der Ratsmitglieder». Man sägt halt nicht gerne am Ast, auf dem man sitzt.

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