Armee-Sportkonzept

Ein überfälliger Richtungswechsel

Das neue Konzept soll Rekruten fitter, militärisch leistungsfähiger und weniger anfällig für Verletzungen machen. (Archivbild)

Das neue Konzept soll Rekruten fitter, militärisch leistungsfähiger und weniger anfällig für Verletzungen machen. (Archivbild)

Sport in der Rekrutenschule – das war bislang eine Alibi-Übung, solange es nicht um die Spitzensport-RS ging. Zwar gibt der Stundenplan drei Stunden Sporttraining pro Woche vor. Eine Studie weist aber nach: Zu Beginn einer RS wurden noch zwei von drei Stunden umgesetzt, doch in den Wochen 14 bis 16 blieben gerade mal 21 Minuten übrig. Zudem waren die Lektionen inhaltlich nicht vorgegeben. Kein Wunder kehrten die Rekruten nach 18 Wochen müde und ausgelaugt in den zivilen Alltag zurück.

Damit ist nun Schluss. Die Armee vollzieht eine spektakuläre Wende: Sie setzt in der RS ein neues Sportkonzept in Kraft. Es sieht vier Stunden Sport pro Woche vor, konzipiert nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Es macht die Rekruten fitter, militärisch leistungsfähiger und weniger anfällig für Verletzungen.

Und vor allem treiben sie nach der RS mehr Sport und werden eher Nichtraucher. Das beweist eine Studie, die altes und neues Sportkonzept in zwei Kompanien verglichen hat. In der Studie steht wörtlich: «Hier zeigt sich der grosse Beitrag, welchen die Schweizer Armee zur Gesundheitsförderung der Bevölkerung leisten kann.»

Nach der Spitzensport-RS will die Armee die RS für die breite Masse zur Fitness-RS machen. Als Vorbild gilt Finnland, das seine Armee als «grösstes Fitnesscenter des Landes» vermarktet. Mit dem Richtungswechsel trifft die Armee den Nerv der Zeit. Sie macht sich wieder attraktiv, weil sie zentrale gesellschaftliche Strömungen wie Fitness und Gesundheit aufnimmt. Dieser Richtungswechsel der Armee ist überfällig.

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