Es ist das älteste Atomkraftwerk der Schweiz, jetzt soll es nach drei Jahren Pause wieder ans Netz. Das Eidgenössische Nuklearinspektorat (Ensi) gab Beznau 1 gestern grünes Licht. Wenn alles gut geht, soll der 1969 in Betrieb genommene Reaktor bereits Ende März wieder Strom liefern.

Für die Axpo, die Besitzerin von Beznau, ist das ein Sieg. Jahrelang wurde der Energiekonzern mit Häme überschüttet wegen ihres «Schrottreaktors» (Grüne Partei). Fakt ist – und das ignorieren AKW-Gegner gerne –, Beznau 1 hat nur noch wenig mit der Ur-Anlage zu tun. Über die Jahre wurde das Kraftwerk für viele Hunderte Millionen Franken rundum erneuert.

Daher ist es auch grundsätzlich richtig, dass es für AKW keine fixen Laufzeitbeschränkungen gibt. Wichtig ist, dass die Kraftwerke jederzeit höchste Sicherheitsstandards erfüllen. Niemand in der Schweiz würde dem Ensi unterstellen, leichtfertig Betriebsbewilligungen zu erteilen. Das Gegenteil ist der Fall.

Und doch: Für die Axpo ist die wiedererlangte Betriebsbewilligung nur ein kleiner Sieg. Beznau löst die strategischen Probleme des Konzerns nicht, die durch die Energiestrategie entstanden sind. Beznau wird vielleicht in den nächsten zehn Jahren zuverlässig Strom liefern. Danach aber wird Schluss sein und es kommt der teure Rückbau. Die Atomtechnik, wie wir sie heute ken- nen, befindet sich im Spätherbst ihres Lebenszyklus.