Zur selben Zeit, als sich ein Idol meiner Jugend anschickte, mit einem Triumphzug durch Melbourne, Australien, endgültig zum Besten aller Zeiten zu werden, nuckelte ein anderes im gleichen Land vor Fernsehpublikum an einem Becher pürierter Fischabfälle.

Dass Thomas Hässler, einer unserer Helden der WM 1990, so tief fällt und im Dschungelcamp landet, verwundert nicht einmal. Wir Deutsche hatten Erfolge. Wir sind Weltmeister. Aber haben wir Idole produziert? Nein, haben wir nicht. Wir haben Lothar Matthäus. Roger Federer sammelte in meiner Jugend eine Trophäe nach der anderen. Matthäus machte zur selben Zeit das Gleiche. Nur eben mit Ehefrauen. Boris Becker? Trieb sich in Besenkammern rum. Hat mit der Rückkehr in die Tennis-Welt zwar kurzzeitig die Kurve gekriegt, aber es scheint nur eine Frage der Zeit, bis er im Dschungel Stierhoden verdrückt.

Als Deutscher werde ich mit Blick auf Federer vor Neid grüner als Thomas Hässler von der Fischsuppe. Und da bin ich nicht allein. Doch keine Sorge, wegnehmen wollen wir euch den Maestro nicht. Nur ein wenig mitfeiern. Mit diesem Idol. Dem Besten aller Zeiten.