Alpiq

Ein Modell könnte Schule machen

Staut seit einem halben Jahrhundert Wasser im Wallis: Staumauer Grande Dixence (Archiv)

Staut seit einem halben Jahrhundert Wasser im Wallis: Staumauer Grande Dixence (Archiv)

Die Alpiq will ihre Fluss- und Pumpspeicherkraftwerke für Investoren öffnen. Das macht Sinn, denn Interessenten und Geld sind vorhanden. Doch ist es auch politisch klug?

Alpiq hat ein Riesenproblem. Das Energieunternehmen produziert Strom zu Kosten, die derzeit weit über dem liegen, was man am europäischen Strommarkt zu bezahlen bereit ist. Es ist also ganz egal, wie grün der Strom ist, der in den Stauseen oder den AKW hergestellt wird: Es will ihn einfach niemand.

Hier vermischen sich Energiewende und Eurokrise mit einem Schuss Abschottungspolitik der Schweiz zu einem giftigen Cocktail. Deshalb die Verluste, deshalb auch die Forderungen nach mehr Subventionen.

Nun versucht Jasmin Staiblin, die Alpiq-Chefin, einen neuen Ansatz: Sie will Dritte mit ins Boot holen. Denn sie weiss genau, dass das Interesse da ist.

Neben den eigenen Grossaktionären, wie der Lausanner EOS Holding, der französischen EDF oder der Genossenschaft Elektra Birseck sind auch Pensionskassen und Lebensversicherungen bereit für einen solchen Schritt.

Das sichert Alpiq zwar das Überleben. Und auch die Aktionäre, darunter der umstrittene Financier Martin Ebner, werden mittelfristig zufriedengestellt. Doch ist es politisch klug? Immerhin geht es auch um die Grande Dixence, ein Symbol helvetischer Stromproduktion. Soll dieser Stausee nun verscherbelt werden?

Die Debatte könnte sich lohnen. Das Modell Alpiq könnte anderen Infrastruktur-Projekten als Vorbild dienen. Es gibt enorm viel privates Geld, das nach Anlagemöglichkeiten sucht. Nun gilt es, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass beiden gedient ist: den Investoren und der Öffentlichkeit.

andreas.schaffner@azmedien.ch

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