Polemik

Ein Hoch auf die gute alte Wösch-Hänki!

Waschküche mit Wösch-Hänki.

Waschküche mit Wösch-Hänki.

War das ein Aufbruch, als die Lebensreformer die Menschen aus Korsett und dunklen Wohnhöhlen befreiten. «Nackende Menschen. Jauchzen der Zukunft», titelte Heinrich Pudor 1891 in seiner Reformschrift. Auch wenn ihm nur wenige buchstabengetreu folgten, so wurde die westliche Menschheit im 20. Jahrhundert zu Sonnenanbetern und Freiluftfans. Heute kann eine Beiz ohne Garten oder ohne ein paar Tischli auf dem Trottoir im Sommer dichtmachen oder Konkurs anmelden.

Was wir für uns fordern und buchstäblich heiss lieben, gewähren wir ausgerechnet
unserer Wäsche nicht mehr: Luft, Licht und Sonne. Seit der Erfindung des Tumblers hat die Wäschehänge draussen ausgedient.

Die Trockner aber sind Energieschleudern, die Wäsche daraus ist lumpig. Warum Energieministerin Doris Leuthard dem Tumbler noch nicht den Kampf angesagt hat, ist mir unklar. Ich fordere, dass der Bund, dass alle Kantone, die gute alte Wösch-Hänki zur Pflicht für Siedlungen und Häuser erklären. Damit lässt sich Sonnenenergie tatsächlich gratis und effektiv nutzen – und wir könnten wieder jauchzen über sonnenduftende Bettwäsche und luftfrische T-Shirts.

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