Kommentar

Ein gutes Beispiel für gute Demokratie im Dorf

Der Gemeinderat Holziken möchte, dass die Glocken ab 2020 nachts zwischen 23 und 6 Uhr nicht mehr schlagen. Dagegen gibts Widerstand.

Altes Schulhaus Glocke

Der Gemeinderat Holziken möchte, dass die Glocken ab 2020 nachts zwischen 23 und 6 Uhr nicht mehr schlagen. Dagegen gibts Widerstand.

Der Gemeinderat hat einen Weg zum Glockenschlag-Entscheid gefunden, mit dem auch er das Gesicht wahren kann.

Für gewöhnlich ist das Szenario umgekehrt. Bewohner vieler Gemeinden fordern – oft vehement –, dass Glocken, die die Uhrzeit verkünden, nachts abgestellt werden. In Holziken hat sich die Bevölkerung dafür starkgemacht, dass ebendies nicht passiert.

Der Gemeinderat unter der Leitung von Jacqueline Hausmann hatte einem Investor entgegenkommen wollen, den der Glockenschlag störte. Jedoch hat der Gemeinderat sehr schnell gemerkt, dass er damit auf dem Holzweg ist. Die 250 eingereichten Petitions-Unterschriften beweisen, dass viele Holziker auch in der Nacht den Viertelstundenschlag hören wollen.

Nun wurde eine Lösung gefunden, die auch dem Gemeinderat ermöglicht, das Gesicht nicht zu verlieren. An der Gemeindeversammlung vom 25.November wird das Stimmvolk via Konsultativabstimmung gefragt, ob die Glocke zwischen 23 und 6 Uhr schweigen soll oder nicht. Das Ergebnis der Abstimmung gilt als definitiver Entscheid. Die Chance ist gross, dass an der Gmeind nicht einmal ausgezählt werden muss. Das ist gelebte Basisdemokratie.

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