Kinder sind brutal. Entspricht man nicht dem gängigen Schema, ist man schnell der Aussenseiter und muss in der Pause alleine Gummitwist spielen. Und das macht natürlich null Spass. Was hätte ich dafür gegeben, so auszusehen wie die glatthaarigen Prinzessinnen in meiner Klasse! Stattdessen stand mein lockiges Haar in alle Richtungen ab und gab mir den Ruf der Wilden, Unberechenbaren. Ich war die Andere, ich war doof. Viele Jahre später dann dieser Ex-Freund, der mir sagte, mein Gesicht sehe mit gelocktem Haar fett aus. Fortan streckte ich Kuh mein Haar immer mit dem Glätteisen. Dass dieser Ex mein Ex ist, ist nicht weiter verwunderlich. Dass er heute in einem Zürcher Bonzen-Quartier wohnt und seine aktuelle Freundin nichts anderes zu können scheint, als gut auszusehen und Selfies auf Instagram zu posten, geschieht ihm recht.

Ich für meinen Teil habe mich unterdessen vom Locken-Komplex verabschiedet und mit meinem ungestümen Haar angefreundet. Heute kann ich mit Überzeugung sagen: Es ist schön, anders zu sein. Darin bestärkt werde ich von einem Mann, der (nicht nur) meine Locken über alles liebt. Trotzdem mag ich es ab und an, sie zu bändigen. Mit dem Glätteisen braucht das bei so dicken Haaren allerdings viel Geduld. Ausserdem tut die Hitze des Geräts der Haarstruktur nicht gut.

Diese Probleme sind seit kurzem wie weggeblasen. Ich durfte den Airwrap von Dyson testen (549 Franken mit schickem Ledercase, ab sofort im Fachhandel), der gerade die Beauty-Industrie aufwirbelt. In der Tat ein heisses Gerät: ein Multistyler, der mit insgesamt acht Aufsätzen als Föhn, Haarglätter und Lockenstab eingesetzt werden kann. Da kommt eine ganz neue Technologie zum Einsatz: Dank des starken Luftstroms ist es erstmals möglich, das Haar ohne extreme Hitze zu trocknen und gleichzeitig zu locken, wellen oder zu glätten. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Ich hab’s soeben ausprobiert, es funktioniert sogar bei störrischem Haar. Es war im Nu glatt und trocken. Aber besonders für feines Haar wird der Luftibus ein Segen sein, gibt er ihm doch Form und Volumen. Das Aufdrehen ist kinderleicht, der Luftstrom macht das fast von selbst. Zugegeben: Man muss sich erst an die Handhabe gewöhnen, aber dann macht es richtig Spass. Vorausgesetzt, man hat vorher Zeit in die Pflege investiert; frisch gewaschenes, gepflegtes und gesundes Haar lässt sich bekanntlich besser stylen. Ich bin gerade sehr vernarrt in das neue Cherry Almond Softening Shampoo und den Conditioner von Aveda (24 respektive 28 Franken, in Aveda-Salons oder unter aveda.ch). Die Formel aus Kirschblütenextrakt und Süssmandelöl sorgt für weiches, glänzendes Haar. Und der Duft gibt sofort gute Laune. Ich hätte nie gedacht, dass Haarstyling bei mir einst so entspannt sein kann.