Für Aussenminister Didier Burkhalter läuft es nicht rund: Die Beziehungen mit der EU, dem wichtigsten politischen und ökonomischen Partner der Schweiz, sind verkachelt. Es geht weder vorwärts noch rückwärts. Die Gespräche über die Personenfreizügigkeit sind so lange blockiert, wie Grossbritanniens Status in der EU einer Entscheidung harrt. Und die Verhandlungen über ein Rahmenabkommen sind innen- wie aussenpolitisch in der Sackgasse.

Der weltläufige Magistrat aus Neuenburg hat als Präsident der OSZE vor Jahresfrist zwar einen anerkannt guten Job gemacht: Doch seither ist Burkhalter wieder in der Versenkung verschwunden. In der politischen Auseinandersetzung mit Brüssel, dort, wo es kaum Lorbeeren zu holen gibt, wo es aber für unser Land um die wirklich wichtigen Fragen geht, dort beisst der smarte FDP-Bundesrat konstant auf Granit.

Da kommt der diplomatische Coup mit dem Schutzmachtmandat für Iran und Saudi-Arabien gerade im richtigen Moment. Mehr als ein Jahr nach dem Ende der OSZE-Präsidentschaft fällt mal wieder etwas Glanz auf den Aussenminister und seine geschickten Diplomaten. Ein gewiss schöner Erfolg für die helvetische Aussenpolitik, die es selten ins internationale Rampenlicht schafft. Doch gleichzeitig tun wir gut daran, uns nicht blenden zu lassen. Der Frieden zwischen den beiden Regionalmächten hängt von ganz anderen Parametern ab, als einer Schweizer Vermittlungstätigkeit. Wichtiger noch: Der Mittlere Osten ist für die Schweiz ein Nebenschauplatz. Entscheidend sind Verhandlungsfortschritte in Europa. Da wäre Burkhalters Engagement besonders gefragt.