Betreuung im Alter

Eigentlich haben alle das gleiche Ziel

«Im Grundsatz haben ja alle das gleiche Ziel: eine menschenwürdige Betreuung im Alter – egal ob mit oder ohne Demenz.»

«Im Grundsatz haben ja alle das gleiche Ziel: eine menschenwürdige Betreuung im Alter – egal ob mit oder ohne Demenz.»

Zugegeben, ein Alters- oder Pflegeheim zu führen, ist keine einfache Aufgabe. Wenn es um die Beurteilung geht, was gute Pflege und angemessene Betreuung ist, gehen die Meinungen oft weit auseinander.

Und wer als Heimbesucher einmal damit anfängt, Unpassendes zu protokollieren, wird bei jedem Besuch etwas zu beanstanden haben, respektive das Haar in der Suppe suchen. Hand aufs Herz: Ist es wirklich schlimm, wenn ein Bewohner bei Husten statt Brust- nur Früchtetee bekommt?

Wenn es aber um Grundbedürfnisse wie Essen oder Spaziergänge geht, kann es sich schon lohnen, genauer hinzuschauen. Längst nicht alle Angehörigen trauen sich, bei den Verantwortlichen nachzufragen, wenn ihnen etwas negativ auffällt.

Oft sind es Partner von Bewohnerinnen, die sich hüten, etwas zu kritisieren. Zu gross ist die Angst, den Pflegeplatz zu verlieren, auf den man während Monaten gewartet hat.

Der Fall im Haus Eigenamt in Lupfig zeigt, dass diese Angst – trotz anderslautenden Dokumenten auf der Website – nicht unbegründet ist. Doch wie kann das krisengeschüttelte Heim seine Pflege- und Betreuungsqualität verbessern, wenn kritische Inputs nicht erlaubt sind?

Natürlich ist eine umfassende Betreuung auch mit Kosten verbunden. Doch gerade bei einfachen Aufgaben wie Spaziergängen könnte die Institution beispielsweise vermehrt auf Freiwillige setzen.

Dazu müsste die Heimleitung entsprechende Signale aussenden und lernen, mit Kritik souveräner umzugehen. Im Grundsatz haben ja alle das gleiche Ziel: eine menschenwürdige Betreuung im Alter – egal ob mit oder ohne Demenz.

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