Noch knapp rechtzeitig vor der Hochzeit machten sich zwei Verlobte daran, die Eheringe zu besorgen. Etwas Schlichtes sollte es sein, nicht zu teuer. Beim ersten Juwelier fanden die beiden zwei Ringe nach ihren Vorstellungen. Ein feiner aus Roségold gefiel der Frau. Doch die Verkäuferin sagte, das gehe nicht, das seien Freundschaftsringe aus der Kollektion amitié, keine Eheringe. Die Frau, ihre Nerven durch die ganzen Hochzeitsvorbereitungen schon strapaziert, zog ihren künftigen Mann wieder aus dem Laden.

Als die Frau beim zweiten Juwelier wieder auf einen schönen, feinen Ring deutete, sagte der Verkäufer: «Wenn ein Paar so dünne Ringe kauft, ist die Beziehung auf ebenso dünner Basis. Dann wollen Sie gar nicht richtig.» Darauf war es der Mann, der einen dringenden Termin vortäuschte und die Bijouterie mit seiner Frau an der Hand verliess.

Zehn Jahre sind sie schon zusammen, zwei Kinder da, die Heirat dachten sie, würden sie jetzt auch noch schaffen. Um die älteren Verwandten nicht zu schockieren, kaufte sie extra ein Brautkleid in Weiss. Und jetzt das. Nachdem sie sich beide beruhigt hatten, kehrten sie zurück zur Verkäuferin mit den Freundschaftsringen. Sagten, sie hätten gern genau solche. Denn die Ehe werde ja in der Hälfte der Fälle geschieden, da seien sie mit Freundschaftsringen auf der sicheren Seite.