Kürzlich hat der Bund festgestellt: Er zahlt seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern denselben Lohn für dieselbe Arbeit (wenn man die statistische Unschärfe von 5 Prozent mal wegdenkt). Brisant: Ein paar Frauen erhalten in der Bundesverwaltung sogar mehr Lohn für dieselbe Arbeit als ihre Kollegen (umgekehrt gibts das auch, aber der Bundesrat sieht keinen dringenden Handlungsbedarf).

Nun hat der Bundesrat letzten Freitag auch den jährlichen Bericht über die Vergütungen der Chefs der bundesnahen Betriebe publiziert. Und wie jedes Jahr geben vorab die Löhne von SBB, Post oder SRG zu reden (Spitzenverdiener diesmal: Bahn-Chef Andreas Meyer mit 1,007 Millionen Franken).

Doch das Kaderlohnreporting 2017 gibt auch die Antwort auf eines der heissesten Themen der vergangenen Sommersession: Welcher Bundesbetrieb hat im Verwaltungsrat zu wenige Frauen? Der Nationalrat hatte sich mit nur einer Stimme Differenz für Soft-Quoten ausgesprochen. In Verwaltungsräten grosser Firmen sollen künftig mindestens 30 Prozent beider Geschlechter vertreten sein.

Nun liefert der Bund den Beweis, dass auch Männer bald froh sein könnten um Geschlechter-Richtwerte. Auf Seite 43, ganz unten, heisst es im Kaderlohnreporting über den Swiss Investment Fund for Emerging Markets (Sifem): Seit letztem Jahr seien die weiblichen Mitglieder des Verwaltungsrats der Entwicklungsfinanzierungsgesellschaft des Bundes «erstmals und sehr deutlich in der Mehrheit». Doch bereits im nächsten Satz folgt die Entwarnung: «Der Mindestanteil beider Geschlechter von 30 Prozent wird aber nur knapp unterschritten.» Zum Glück, für den Bundesrat.

Die rare Mann-beisst-Hund-Schlagzeile dazu lassen wir uns aber nicht entgehen: «Dringend gesucht: Quotenmann!»

samuel.thomi@azmedien.ch