Kommentar

Neuenhof von Rücktritten überrumpelt

Blick auf Neuenhof (rechts). Bild: Sandra Ardizzone (23. Mai 2019)

Blick auf Neuenhof (rechts). Bild: Sandra Ardizzone (23. Mai 2019)

Paukenschlag in Neuenhof: Susanne Voser, Gemeindeammann (CVP), und Andreas Muff, Gemeinderat (parteilos), haben ihre Demissionen aus dem Gemeinderat eingereicht. Der Kommentar.

Der Doppelrücktritt in Neuenhof von Gemeindeammann Susanne Voser (CVP) und Gemeinderat Andreas Muff (parteilos) hat das Dorf überrumpelt. Sogar Präsidenten von Ortsparteien sagen, sie seien von der Nachricht komplett überrascht worden. Dabei rumort es im Gemeinderat schon länger: Ein externer Berater versuchte in den vergangenen Monaten vergeblich, die Wogen zu glätten. Doch auch von der Mediation hatten teilweise nicht einmal Mitglieder von Kommissionen Kenntnis. Immerhin betreffend der Schweigepflicht haben die Gemeinderäte am selben Strick gezogen, könnte man zynisch anmerken.

Die genauen Hintergründe für den Doppelrücktritt bleiben vorerst zwar unklar. Sicher aber bestand folgendes Problem: Weil sich die Zusammensetzung des Gemeinderates in den letzten Jahren veränderte, kamen neue Mehrheiten zustande, und aus der Zusammenarbeit wurde je länger, desto mehr ein Gegeneinander beziehungsweise eine Blockade.

Aus Sicht der Stimmbürger ist zu hoffen, dass sich fähige neue Gemeinderäte finden lassen und so schnell wie möglich Ruhe einkehrt. Denn ausgerechnet in den kommenden Monaten werden entscheidende Weichen für die Zukunft Neuenhofs gestellt: Die 8700-Einwohner-Gemeinde muss sich beispielsweise entscheiden, wie sie zu den Jahrhundert-Verkehrsprojekten Oase und Limmattalbahn steht.

pirmin.kramer@chmedia.ch

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