US-Präsident Donald Trump fordert vom FBI-Chef eine Bestätigung, dass gegen ihn persönlich nicht ermittelt wird. Er bekommt sie. Der Präsident jubelt, den FBI-Chef schmeisst er raus. Und deshalb wird nun gegen ihn ermittelt. Mehr Ironie geht nicht.

Trump hatte vom damaligen FBI-Direktor James Comey gefordert, die Ermittlungen hinsichtlich der Russland-Verstrickungen von Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn und anderen Trump-Getreuen fallen zu lassen. Comey spurte nicht, deshalb musste er gehen. Der stümperhafte Versuch des Präsidenten, Flynn aus der Schusslinie zu bekommen, veranlasst nun den auf das Trump-Team angesetzten Sonderermittler Robert Mueller, wegen Behinderung der Justiz zu ermitteln. Und zwar gegen Trump persönlich.

Als wäre das nicht schon genug, haben 196 Abgeordnete Klage gegen Trump eingereicht, weil er als Präsident über sein Firmenimperium illegal ausländische Gelder kassiert haben soll. Anders als versprochen, hat sich Trump bis heute nicht vollständig von seinen Hotels und sonstigen Geschäften getrennt. Parteifreunde versuchten zuletzt, Trumps Fehltritte mit mangelnder Erfahrung zu entschuldigen. Doch bei der Schwere der Vorwürfe wird das kaum reichen.

Während Trump an seiner eigenen Demontage arbeitet, könnte man meinen, sein Amtsvorgänger Barack Obama wusste, dass es so weit kommt: «Eines der Dinge, die du merkst, wenn du Präsident bist, ist, dass es all diese Regeln und Normen und Gesetze gibt, auf die du achten musst», sagte er vor Journalisten nach seinem ersten Treffen mit dem damals frisch gewählten Präsidenten Trump. «Und die Leute, die für dich arbeiten, unterliegen auch diesen Regeln und Normen.» Er selbst habe starke Rechts- und Ethikberater gehabt, so Obama. In jeder Abteilung habe er Leute beschäftigt, die auf diese Dinge achteten. «Mein Rat an den kommenden Präsidenten ist, dass er diesen Teil des Jobs auch ernst nimmt.» Davon will Trump jedoch bis heute nichts wissen.