Die Polizei muss neue technologische Möglichkeiten nutzen können, um Verbrechen aufzuklären. Man stelle sich vor, es wäre ihr nur erlaubt, Fingerabdrücke am Tatort zu nehmen, aber keine DNA-Proben. Mit Recht würde man eine solche gesetzliche Einschränkung als willkürlichen Unsinn bezeichnen.


Nun ist es aber so, dass eine DNA-Spur am Tatort mehr über einen Täter verrät, als die Ermittler heutzutage wissen dürfen. So kann man daraus mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit Haar- und Augenfarbe, ungefähres Alter und Herkunft ablesen. Bloss lässt das Gesetz dies heutzutage nicht zu. Dass der Bundesrat das nun ändern will, ist richtig. Schliesslich können solche Informationen zentral sein, um einen Kriminalfall aufzuklären.


Allerdings liefern sie erst Hinweise auf den Täter. Als Beweise taugen sie nicht, da die jeweiligen Merkmale nicht mit hundertprozentiger Sicherheit aufgrund einer DNA-Analyse bestimmt werden können. Dies gilt genauso für Zeugenaussagen zum Aussehen eines Täters, schliesslich können sich auch Menschen täuschen. Bedenken, wie sie nun vonseiten des Datenschützers geäussert werden, sind ernst zunehmen. Die neuen Möglichkeiten müssen kontrolliert eingesetzt werden, um zu verhindern, dass unschuldige Menschen in Verdacht geraten. Klar ist: Aufgrund von DNA-Hinweisen werden keine Täter verurteilt, aber in Zukunft wohl öfters aufgespürt.