Schlechte Umsatzentwicklung, wenig Perspektiven. So argumentiert der Nahrungsmittelmulti Nestlé in seiner Mitteilung zur Schliessung der Fabrik in Egerkingen SO. 190 Stellen fallen weg. In Egerkingen wird unter anderem die Sonnencreme Daylong hergestellt, von der viele Konsumenten wohl gar nicht wissen, dass sie zu Nestlé gehört.

Kommuniziert wurde der Entscheid nicht von der Schweizer Niederlassung, sondern von «Nestlé Skin Health», die vom Konzern als separate Einheit geführt wird. Auch deshalb dürften Heimatgefühle beim Schliessungsverdikt keine Rolle gespielt haben – trotz Nestlés über 150-jähriger Historie und Verbundenheit zur Schweiz.

Der Nahrungsmittelmulti hat mit dem Deutsch-Amerikaner Mark Schneider seit Anfang Jahr einen neuen Chef an der Spitze, von dem hartes Durchgreifen bei unprofitablen Sparten erwartet wird. Egerkingen ist da nur ein kleines Puzzlestück im 90-Milliarden-Konzern aus Vevey VD mit seinen insgesamt 330 000 Mitarbeitenden. Kommt hinzu, dass der starke Franken ebenfalls kein Argument gegen eine Schliessung gewesen sein dürfte. Denn die Daylong-Sonnencreme ist einem harten Preiskampf ausgesetzt.

Nachdem Nestlé in den letzten Jahrzehnten viele Fabriken hierzulande gebaut hat, dürfte diese Phase vorerst vorbei sein. National und international wird Nestlé sein Portfolio auf hochmargige Produkte wie Nespresso schärfen. Daylong-Sonnencreme, Thomy-Mayonnaise und Leisi-Kuchenteige haben es da nicht einfach. Das ist sonnenklar.