Im April hat das kantonale Baudepartement das Projekt «Ostaargauer Strassenentwicklung« (Oase) zur Verkehrsentlastung von Baden-Wettingen und Brugg-Windisch bis 2040 in eine Anhörung geschickt. Dazu gehört auch eine bessere Anbindung des Unteren Aaretals. Zusätzlicher Verkehr in die Zentren soll möglichst via öV oder Langsamverkehr aufgenommen werden, da die Aufnahmekapazität der Städte ausgereizt ist. Baudirektor Stephan Attiger stellte vor einem halben Jahr zudem in Aussicht, dass diese Vorschläge etwa gleich viel kosten sollen wie der wegen ungenügenden Kosten-Nutzen-Verhältnisses verworfene, 1 Milliarde Franken teure Baldeggtunnel.

Jetzt zeigt sich in der Anhörung: SP/Grüne und Bürgerliche sind sich grundsätzlich uneinig. Die Linke will öV und Langsamverkehr klar Priorität geben und viel mehr steuern. Derweil setzen Bürgerliche weiter auf öV, motorisierten Individualverkehr und Langsamverkehr. Die Kräfteverhältnisse im Grossen Rat sind klar: SVP, FDP und CVP haben die Mehrheit. Entscheidend wird aber sein, was die Bevölkerung im Ostaargau will. Sie muss schliesslich dereinst mit den Lösungen leben.

Die Anhörung zeigt noch mehr: es braucht rasch genaue Zahlen zu den «Oase»-Gesamtkosten. Auch ist aufzuzeigen, ob die Vorschläge für die Zentren auf Kosten von Agglogemeinden gehen oder nicht. Und schliesslich, ob es gelingt, das Untere Aaretal besser anzuschliessen, ohne dass diese Achse so attraktiv wird, dass sie massiv Mehrverkehr anzieht. Dies zeigt: Die eigentliche Arbeit für «Oase» beginnt erst.