Es ist ein Ritual jedes Abstimmungssonntags, dass Politikerinnen und Politiker, Journalistinnen und Journalisten sowie alle Interessierten das Ergebnis ausgiebig analysieren und kommentieren. Je nach eigenem Standpunkt differieren die Analysen naturgemäss stark. Doch wer hat jeweils recht? Das Gute aus Sicht der Kommentierenden: Auf kantonaler Ebene gab es bisher keine fundierten Nachbefragungen. Alle konnten im Brustton der Überzeugung ein Ergebnis erklären und auch mal schön- oder schlechtreden. Niemand konnte das Gegenteil beweisen. Das ändert sich jetzt.

Denn im Kanton Aargau fängt ein neues Zeitalter an. Erstmals liegt nämlich eine repräsentative Nachbefragung zu einer Abstimmung vor. Es wird nicht die letzte sein. Möglich gemacht haben dies die Kantonsregierung, das Zentrum für Demokratie Aarau und der kantonale Swisslos-Fonds. Der Aargau geht damit anderen Kantonen voran.

Und das lohnt sich. Die erste vertiefte Abstimmungsanalyse ist nämlich eine Fundgrube an Daten und Erkenntnissen, aus denen Initianten und Parteistrategen sehr viel lernen können. Sie wissen jetzt, welche Argumente tatsächlich den Ausschlag gegeben haben. Vielleicht kann man eines Tages aus einer solchen Analyse gar ableiten, wie man das Interesse an Vorlagen wie der Millionärsinitiative erhöht. Denn je höher die Stimmbeteiligung liegt, desto repräsentativer fällt das Ergebnis aus und desto besser ist die Akzeptanz des Entscheids.