Kolumne

Die SP und der Rüstungskonzern

(Symbolbild)

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Der Feind meines Feindes ist mein Freund. So lautet ein abgedroschenes Sprichwort, das im Fall der Sozialdemokraten aber gut passt.

Das kuriose Schauspiel ereignete sich am Mittwoch im Zimmer 286 des Bundeshauses: Dort veranstaltete die SP-Fraktion eine inoffizielle Expertenanhörung zur Kampfjetbeschaffung und lud neben unabhängigen Experten mehrere Vertreter des italienischen Rüstungskonzerns Leonardo ein. Das ist bemerkenswert, denn im Normalfall meiden Sozialdemokraten Rüstungslobbyisten wie der Teufel das Weihwasser, um ein weiteres Sprichwort zu bemühen.

Doch der Leonardo-Konzern ist eben auch Hersteller des leichten Kampflugzeuges M-346FA: Dieses wäre ein Vielfaches günstiger als die vier Jettypen, welche die Armee zurzeit evaluiert. Die bürgerlichen Parteien allerdings halten den günstigen M-346FA von Leonardo für völlig ungeeignet, um über dem Schweizer Luftraum zu patrouillieren. Womit die plötzliche Sympathie der Sozialdemokraten für den italienischen Rüstungskonzern erklärt wäre.

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