Es war Sonntag – und ich in aller Herrgottsfrühe hellwach. Nicht, weil der Wecker ging. Da kam dieses Geräusch vom Dachstock: «Gurr, gurr. Guuurr, guuurr. Guuu-hu-huuuuuurr!!» Tierisches Gestöhne; die Tauben, sie sind wieder am Rammeln.

Ich hätte am liebsten das Gewehr genommen, das ich nicht besitze, und ein bisschen rumgeballert. Wobei ich weiss, dass das rein gar nichts nützt. Dann vögeln die noch vifen Tauben umso mehr, und nur 18 Tage später ist die Jungschar schon da.

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin ein ausgesprochen tierliebender Mensch. Bei Tauben aber hört der Spass auf. Erst recht, wenn ich ihnen beim Sex zuhören muss. Was für eine Plage!

Wir alle sollten mittlerweile von unzähligen Infokampagnen wissen, dass eine zu grosse Taubenpopulation nicht gut ist für Stadt und Land. Verdreckte Denkmäler und Parks oder die Übertragung von Krankheiten sind nur zwei Punkte, die gegen Tauben sprechen.

Und trotzdem: Ihre Zahl nimmt und nimmt nicht ab. Weil es noch immer genug Idioten gibt, die meinen, Tauben zu füttern, sei herzig. Dabei wäre das der einzige Weg, deren Population einzudämmen, wenn die Brotkrümel eingepackt und nicht auf dem Marktplatz verstreut würden.

Kauft doch einen Hund oder meinetwegen einen Papagei, um eure Tierliebe auszuleben, aber lasst die Tauben in Ruhe. Dann könnt ihr auch mit gutem Gewissen schlafen. Und ich erst!