Ungenügende ärztliche Betreuung und schlechte Pflege der Bewohner, zu wenig Pflegepersonal, Mobbing und Drohungen: Die Vorwürfe von ehemaligen Mitarbeitenden und Angehörigen von Bewohnern des Senevita-Pflegeheims Lindenbaum in Spreitenbach wiegen schwer.

Das Pflegeheim weist die Vorwürfe zurück. Spricht von freier Arztwahl und beim Personal von Vorgaben des Kantons, an die man sich halte und bei denen man «in der Regel sogar darüber liegt». Dies werde auch vom Departement Gesundheit und Soziales regelmässig und unangemeldet kontrolliert. Jährlich durchgeführte Mitarbeiterumfragen würden belegen, dass die Angestellten «gerne und mit Stolz» für das Senevita-Pflegeheim Lindenbaum arbeiten.

Letztlich steht Aussage gegen Aussage. Doch wie heisst es so schön? Wo Rauch ist, ist auch Feuer. Zumal das Pflegeheim Lindenbaum nicht das einzige Heim der Senevita AG ist, das sich mit Vorwürfen konfrontiert sieht. Auch gegen die Senevita-Heime Sonnenpark in Pratteln und Erlenmatt in Basel wurden bereits ähnlich schwere Vorwürfe erhoben und stehen nun im Raum.

Im Interesse der Patienten, des Heims und auch des Kantons, der letztlich mitverantwortlich ist für die Qualität unserer Pflegeheime, müssen diese schweren Vorwürfe aufgeklärt werden. Hier ist insbesondere das Departement Gesundheit und Soziales gefordert. Das DGS muss den Fall untersuchen und sicherstellen, dass die Patientinnen und Patienten gut behandelt werden.