Grüne geht zu Greenpeace: Auf den ersten Blick ist der Entscheid von Susanne Hochuli, das Stiftungsratspräsidium der Umweltorganisation zu übernehmen, logisch. Und doch ist der Schritt der früheren Regierungsrätin eine Überraschung.

Zuletzt gingen politische Gegner und Freunde davon aus, dass Hochuli im Herbst 2019 für den Nationalrat kandidieren würde. Nach dem Rücktritt von SP-Ständerätin Pascale Bruderer wurde Hochuli sogar zur heimlichen Hoffnungsträgerin der Linken, um den Sitz im Stöckli zu verteidigen.

Hochulis politische Karriere ist geprägt von Überraschungen. Dass sie 2008 im bürgerlichen Aargau den Sprung in den Regierungsrat schaffte, hatte sie wohl selber kaum erwartet. Viele hat sie im Sommer 2016 überrascht, als sie ankündigte, nicht mehr für die Regierung zu kandidieren.

Nun ist ihr noch eine Überraschung gelungen, allerdings eine kalkulierte: Für sich hatte die 52-Jährige längst entschieden, kein politisches Amt mehr anzustreben. Und ihre Partei hoffte wohl mehr auf ein Comeback, als dass sie ernsthaft damit rechnete.

Susanne Hochuli hätte beste Chancen gehabt, einen Sitz in Bern zu ergattern. Dass sie auf eine Kandidatur verzichtet, ist für viele schwer nachvollziehbar. Doch Hochuli will sich gewisse Begleiterscheinungen des Politbetriebs nicht mehr antun.

Wenn eine Alt-Regierungsrätin sagt, sie wisse nicht, was sie an Stehlunch-Anlässen und Apéros solle, ist dies eine persönliche und verständliche Entscheidung. Es ist zudem erfrischend offen und dürfte Hochuli auch bei Gegnern einige Sympathien bringen.