Ich habe mich längst daran gewöhnt: Kaum setzt das Flugzeug auf der Landebahn an, rammt mir der Hektiker auf dem Nachbarssitz seinen Ellbogen in die Rippen, steht nullkommaplötzlich auf, zimmert seinen Schädel gegen die Decke und wartet in dieser unfassbar bequemen Schräglage darauf, sofort aus dem Flieger zu hasten. Ob fünf Minuten oder zehn Minuten oder noch länger warten – völlig egal. Hauptsache, die Poleposition im Aussteigewahn geht nicht verloren.

Nach dem jüngsten Schreck kocht aller Ärger aber wieder hoch. Die Hektiker aus dem Flugzeug haben sich fortgepflanzt. Und treiben jetzt ihr Unwesen in den Zügen. Viel Glück demjenigen, der mit Rucksack auf dem Schoss und Kaffee in der Hand am Gang des ICE sitzt.

Liebe SBB, wie wär’s mit einer neuen Durchsage: «Infolge einer Hirnstörung einzelner Passagiere sieht sich Ihr Zug leider gezwungen, vor dem Perron noch etwas stehen zu bleiben. Setzen Sie sich nochmals hin und nutzen Sie doch bitte den Moment zur Stressreduktion!»