Kommentar

Die Grundel kann man noch stoppen

Die unappetitlichen, gefrässigen Grundeln nehmen den hiesigen Lebensraum im Rhein in überraschender Dichte in Beschlag.

Die unappetitlichen, gefrässigen Grundeln nehmen den hiesigen Lebensraum im Rhein in überraschender Dichte in Beschlag.

Hand aufs Herz, liebe Leserin, lieber Leser: Hören Sie überhaupt noch zu, wenn über
eine neue invasive Art berichtet wird, die die heimische Tier- und Pflanzenwelt bedroht? Es sind ja schon so viele, die als eine Art Globalisierungsgewinner hierherdrängen. Sei es aufgrund der Klimaveränderung, oder weil sie mit Gütern aus fernen Kontinenten eingeschleppt werden. Gemeint sind etwa der asiatische Laubholzbockkäfer oder die Tigermücke, die gefährliche Krankheiten übertragen kann.

Jetzt also die kleine Schwarzmeergrundel. Die sieht man noch nicht mal, weil sie ihre Nahrung am Grund von Gewässern findet. Doch richtet dieser sehr anpassungsfähige Fisch dort, wo er heimisch wird, Riesenschäden an. Er verdrängt andere Fische. Kein natürlicher Fressfeind hält ihn in Schach. Berichte aus Dänemark, dem Baltikum und jetzt aus Basel über seine explosionsartige Vermehrung lauten alle gleich.

Der Abwehrkampf gegen solche Bio-Invasoren scheint aussichtslos, gerade bei Pflanzen. Doch bei der Schwarzmeergrundel besteht eine Chance. Sie ist nämlich eine schlechte Schwimmerin. Das fischfreundlich erneuerte Kraftwerk Rheinfelden hat sie, von Basel herkommend, locker genommen. Doch jetzt steht sie vor einer höheren Hürde, dem Kraftwerk Säckingen auf Höhe von Stein im Aargau. Sie hat Mühe, die dortige Fischtreppe zu überwinden. Falls sie diese und später weitere schafft, ist der Fisch gezielt herauszuholen. Das ist eine Sisyphusarbeit. Es muss aber sein, sonst droht mittelfristig eine dramatische Verarmung unserer Gewässer.

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