Kommentar

Die Corona-Gefahr kommt für den Aargau vor allem aus dem Osten

Rolf Cavalli
Das Nachtleben als potentielle Corona-Hotspots.

Das Nachtleben als potentielle Corona-Hotspots.

Neu erlaubt der Kanton Aargau nur noch 100 Personen gleichzeitig in Bars und Klubs. Was der neue über die Kantonsgrenzen hinaus koordinierte Beschluss bedeutet und warum der Aargau vor allem Richtung Osten schauen muss.

Im Wochenrhythmus ändern Massnahmen und Zuständigkeiten in der Coronakrise. Kaum gab der Bundesrat Verantwortung an die Kantone ab, übernahm er wieder und beschloss eine landesweite Maskenpflicht im ÖV. Erst letzten Freitag verordnete der Aargau eine Ausweispflicht in Bars und Klubs, nachdem die halbherzige Registrierung nicht funktioniert hatte.

Und nun also verschärft der Kanton die Regeln für Veranstaltungen erneut, diesmal in Absprache mit Solothurn, Basel-Stadt und Baselland.

Ein Hü und Hott, wenn man es negativ sehen will. Positiv betrachtet agieren die Behörden flexibel, stets der Entwicklung des Virus angepasst. Jedenfalls ist es vorbildlich, wenn der Aargau nun koordiniert mit Nach­barkantonen entscheidet, statt nur für sich an einem Corona-Regime zu basteln.

Schliesslich überschreiten viele Menschen in der Region täglich die Kantonsgrenze – und mit ihnen das Virus.

Überbewerten sollte man den gemeinsamen Beschluss der Nordwestschweiz-Kantone allerdings nicht. Einem Badener nützt es nur bedingt, wenn bei ihm das Gleiche gilt wie im solothurnischen Schwarzbubenland.

Wichtiger für den Aargau ist, was im Osten passiert, im Grossraum Zürich, mit seinem pulsierenden Nachtleben und dem Flughafen als Eingangstor zur Schweiz. Darum ist es auch in unserem Interesse, wenn die zurzeit etwas rudernde Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli schnell wieder Tritt fasst in der Coronakrise.

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