Kein Beruf ist so unauflöslich mit der «Null» verbunden wie der des Bankers. In der Finanzkrise empörte man sich über die Nullen im Nadelstreifen, die im Stil von Bankstern so viele Nullen erwirtschafteten (primär vor dem Komma ihrer Boni). Und noch vor wenigen Monaten war auf dem Cover des Nachrichtenmagazins «Spiegel» die erlauchte Runde der Deutsch-Banker abgebildet – mit dem neckischen Zusatz «Zu viele Nullen».

Nun aber findet die Branche zu einem offensiven Umgang mit der unheilvollen Null. Seit einigen Tagen begegnet man in den Strassen deutscher Grossstädte einem pokemonartigen Monster in der Form einer gefrässigen Null. Die knallrote Plastikpuppe mit dem Buddy «Böse Null» symbolisiert den Nullzins und ist eine Werbeaktion der Deutschen Bank. Sparern und Anlegern sollen auf diese Weise Wege aus dem Nullzins-Dilemma aufgezeigt werden.

«Die böse Null hat immer Hunger», heisst es auf der Website der Bank – wütende Anleger können das zinsfressende Monster deshalb in einem Online-Spiel gleich selber vernichten. Lange Zeit galten die Banker als Inbegriff des Bösen und der Verkörperung der gewissenlosen Null. Nun haben sie eine noch bösere Null dingfest gemacht. Es muss eine Erleichterung sein.