Für einmal wäre es gut, wenn die Bedenkenträger den Zug verpassen würden. Wenn sich stattdessen möglichst viele Optimisten über das unverhoffte Angebot aus Bern freuen würden. Wenn sie dem angestossenen Fernverkehrszug so richtig Schub verleihen könnten.

Jede Stunde je zwei direkte Schnellzüge nach Bern und Zürich. Jede Stunde zweimal ohne Umsteigen auf den Flughafen (und zurück). Und dazu viele Züge in die Ostschweiz, ins Wallis, ins Berner Oberland. All das ab der Kantonshauptstadt. Das klingt für Aarau, für den Aargau, wie ein Lottosechser.

Möglich macht ihn die altehrwürdige Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn (BLS), die seit 2004 faktisch nur noch eine S-Bahn mit Güterverkehrstochter ist. Jetzt will sie die Chancen der Bahnliberalisierung nutzen und den SBB die Stirn bieten.

Ob sie die Konzessionen für die Fernverkehrszüge bekommen wird? Ob 2020 – wie Optimisten hoffen – bereits die ersten BLS-Züge in Aarau halten werden? Ob es dannzumal für Zehntausende von Pendlern einen grossen Angebotssprung geben wird? All das wissen wir jetzt noch nicht. Und es gibt durchaus Argumente, die die Euphorie dämpfen könnten.

Aber trotzdem wäre der Aargau gut beraten, auf den BLS-Express aufzuspringen. Für politischen Rückenwind zu sorgen. Auf den ist die BLS angewiesen. Und den erwartet sie auch – die Zwischenstopps in Aarau gibts nicht ganz gratis.

Die BLS-Offensive könnte für den Aargau auch eine willkommene Möglichkeit sein, die SBB unter Druck zu setzen. Damit die Zeit des Vertröstens ein Ende nimmt. Damit Versprechen eingehalten werden. Damit der Abbau definitiv aufhört. Die BLS ist willkommen.