Dass die DHL der Schweizerischen Post im privaten Paketgeschäft Konkurrenz machen will, ist für Händler und Kunden eine gute Nachricht. Und die Offensive ist vor allem eines: logisch. Denn der Onlineboom im Detailhandel sorgt für rasant wachsende Paketmengen. Dass sich von diesem Kuchen früher oder später Konkurrenten des gelben Riesen ein Stück abschneiden würden, durfte erwartet werden.

Bei den Versandhändlern herrscht denn auch Freude über die Ankündigung, dass schon bald 1000 DHL-Aufgabe- und -Abhol-Stationen betrieben werden sollen. Sie erhalten eine Alternative für den Versand ihrer Pakete – und damit mehr Verhandlungsspielraum. Die Samstagszustellung ist für sie zudem ein attraktiver Dienst, um ihre Kunden bei Laune zu halten.

Die DHL-Verantwortlichen müssen aber erst noch unter Beweis stellen, dass es ihnen ernst ist. Denn aktuell gibt es in ihrem Schweizer Netz noch grosse Lücken, wie Recherchen zeigen: Weder im Tessin noch in Graubünden verfügt DHL über Paket-Stationen, im Gegensatz zur Schweizerischen Post – trotz der Ausdünnung ihres Filialnetzes in den letzten Jahren.

Ein weiterer Vorteil des gestiegenen Wettbewerbs: Sollte die DHL-Konkurrenz die Schweizerische Post dazu bringen, ihre Zustellungsangebote noch stärker zu flexibilisieren und den veränderten Konsumentenbedürfnissen anzupassen, kann das aus Konsumentensicht nur gut sein.