Die Aufregung war gemessen an der Grösse des Deals klein. Der Umstand, dass der Basler Agrochemiekonzern Syngenta künftig von einem chinesischen Staatskonzern kontrolliert wird, sorgte in weiten Kreisen nur für ein Schulterzucken. Ein Aufschrei in der Öffentlichkeit, wie er auch denkbar gewesen wäre, blieb zumindest aus.

Dies hat nicht zuletzt mit der geschickten PR-Strategie der verantwortlichen Manager zu tun. Syngenta liess sich von den neuen Herren aus China mehrere Garantien abgeben. Bei wichtigen Entscheiden ist die Zustimmung von mindestens zwei Verwaltungsräten erforderlich, die von Syngenta gestellt werden. Dazu gehören etwa die Verlegung des Basler Hauptsitzes, übermässige Kürzungen der Forschungsgelder oder die Aufweichung von Umwelt- und Sozialstandards.

Nun zeigt sich, dass diese Garantien hinfällig werden, sollte ChemChina Teile von Syngenta wieder an die Börse bringen. Diese bestätigte das Unternehmen gestern nach mehreren Nachfragen.

Die gewährten Garantien sind also doch nicht so viel wert, wie dies die Syngenta-Manager der Öffentlichkeit klarmachen wollten. Auch bei anderen Fusionen und Übernahmen wurden solche Versprechen hinfällig, als sich die wirtschaftlichen Bedingungen zum Schlechten verändert haben. Es ist zu befürchten, dass dies auch bei Syngenta der Fall sein könnte. Entwickeln sich die Gewinn- und Umsatzzahlen nicht wie gewünscht, stehen die wirtschaftlichen Interessen den Managern meistens näher als gemachte Versprechen.