Drei Jahre nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses scheint sich vieles in der Schweizer Wirtschaft wieder zu normalisieren. Dazu gehört auch die Teuerung, die im letzten Jahr zum ersten Mal seit 2011 wieder ein positives Vorzeichen aufwies. Auch das Wachstum kehrt zurück und könnte laut den Prognosen im laufenden Jahr wieder mehr als zwei Prozent erreichen. Schliesslich scheint sich auch das Problem des überbewerteten Frankens allmählich von selbst zu lösen. Tag für Tag rückt die helvetische Valuta ein Stückchen näher an die einstige Euro-Untergrenze, welche die Nationalbank am 15. Januar 2015 mit einem unvergessenen Knalleffekt fallen gelassen hatte.

Drei Jahre nach dem Frankenschock sieht vieles so aus, als wäre diese Zäsur für die Schweizer Wirtschaft und vor allem für die Exportindustrie gänzlich für die Katz gewesen. Umso mehr, als die Nationalbank ihre Interventionen zur Schwächung des Frankens auch nach dem grossen Knall nicht bleiben lassen konnte und die Bilanz weiter aufblähte.

Doch abgesehen davon, dass man das Ergebnis dieser hypothetischen Rechnung nie kennen wird, ist sie auch nicht vollständig. Mit dem Entscheid, die Untergrenze aufzugeben, hat die Nationalbank nicht zuletzt ihr Vertrauenskapital gemehrt. Sie hat den politisch höchst umstrittenen Entscheid allein getroffen und damit ihre politische Unabhängigkeit unter Beweis gestellt. Das ist ein wichtiger Grund dafür, weshalb der Franken eine starke Währung ist und ausländische Investoren ihr Kapital in der Schweiz in Sicherheit wähnen.