Die Jugend muss lernen, mit dem Geld umzugehen. Das findet nicht nur eine Mehrheit der Schweizer Eltern, die an der Umfrage zum Thema Taschengeld mitgemacht haben. Sogar für die Staatschefs der G20-Länder ist die finanzielle Alphabetisierung ein Schwerpunkt.

Elektronische Kanäle ziehen die Jugend in immer jüngeren Jahren in die Kreditwirtschaft hinein, und dort sitzen Diebe, die nur auf unerfahrene Opfer warten. Wer sollte da nicht applaudieren, wenn die Politiker auch die Finanz- erziehung zur Staatsaufgabe machen. Auch in der Schweiz wird der Umgang mit Geld Bestandteil der Schulbildung. Das Thema hat einen festen Platz im Lehrplan 21 – zu Recht.

Glaubt man der Studie, steckt unser Nachwuchs das Sackgeld aber nicht in die Hosentasche, um es für etwas Sinnvolles auszugeben. Die Mehrheit drückt es ins Sparschwein, wo es auf unbestimmte Zeit und ohne konkretes Investitionsziel liegen bleibt.

Manchen Erwachsenen mag solches Verhalten gefallen, weil es so vernünftig aussieht. Aber leider verpassen die Kinder auf diese Weise just die wichtigste Lektion, die es im Umgang mit dem Geld zu lernen gilt: Wie gebe ich mein Geld aus und was passiert danach?

Untersuchungen zeigen, dass auch Menschen mit solidem Finanzwissen in die Schuldenfalle geraten, weil sie glauben, mit dem Konsum vermeintliche Persönlichkeitsdefizite kompensieren zu müssen. Gegen solches Fehlverhalten hilft nur eine aufgeklärte Diskussion über die Konsumgesellschaft – aber diese steht nicht auf der Prioritätenliste der G20-Politiker.