Fussball wird nicht nur auf dem Rasen gespielt, sondern auch am Bildschirm: «Fifa» ist eines der beliebtesten Games für PC und Konsolen. Die besten Spieler treten in internationalen Wettbewerben gegeneinander an und kämpfen um formidable Preisgelder, ihre Spiele werden übers Internet live übertragen.

Für die Schweizer Fussball-Vereine macht es Sinn, sich auch auf den virtuellen Rasen zu begeben. Hier stossen sie auf eine lukrative, junge Zielgruppe. Sie verärgern aber mit ihrer Offensive jene Eltern, die der Meinung sind, Sportvereine sollten die Kinder nach draussen und nicht vor den Bildschirm locken. Ihnen ist insofern recht zu geben, dass eSports, wie das wettbewerbsmässige Gamen heisst, kein Ersatz für körperliche Aktivität sein kann.

Bewegung ist essenziell für den Menschen. Das war so, als in der Antike Ballspiele aufkamen, als im 19. Jahrhundert in England der Fussball geboren wurde – und das ist heute nicht anders. Früher diente die sportliche Ertüchtigung aber auch dazu, für den (Berufs-)Alltag wichtige Eigenschaften wie Kraft und Schnelligkeit zu schulen. Deshalb fand Sport oft im militärischen Kontext statt.

In der heutigen Informationsgesellschaft sind Fähigkeiten wie Multitasking, das rasche Erarbeiten von Lösungsstrategien und das Treffen von Entscheidungen unter Zeitdruck gefragt. All das wird auch Gamern abverlangt, wenn sie auf dem virtuellen Fussballplatz, in einem Strategiespiel oder Ego-Shooter gegeneinander antreten.

Stimmen der körperliche Ausgleich und das soziale Umfeld, so kann eSports durchaus eine Bereicherung sein. In Norwegen, notabene, wird eSports bereits als Schulsportfach angeboten.

raffael.schuppisser@azmedien.ch