Doping-Affäre

Der Sport braucht Hilfe

Rainer Sommerhalder: «Zu kurz greift der Ruf nach staatlicher Kontrolle. Dies mag in transparenten demokratischen Ländern ein gangbarer Weg sein. Aber in Katar, Russland oder China?» (Archivbild)

Rainer Sommerhalder: «Zu kurz greift der Ruf nach staatlicher Kontrolle. Dies mag in transparenten demokratischen Ländern ein gangbarer Weg sein. Aber in Katar, Russland oder China?» (Archivbild)

Die Diskussionen laufen seit Monaten. Für viele Beobachter ist längst klar: Der Sport kann sich nicht reformieren, seine Probleme nicht selber lösen. Korruption, Manipulation und Doping grassieren, ohne dass nachhaltige Besserung erkennbar wäre.

Es ist deshalb nicht zufällig, dass innerhalb von wenigen Tagen der Europarat der EU vorschlägt, die grossen Sportverbände wie Fifa, Uefa oder IOC einer externen Kontrolle zu unterstellen, dass der Bundesrat bekannt gibt, die internationale Zusammenarbeit bei Manipulation von Sportwetten zu verstärken und dass der Sportgerichtshof in Lausanne mit seinem Urteil gegen russische Athleten dem mächtigen IOC widerspricht.

Die Lösung kann nur in globalen Kooperationen mit politischen Institutionen liegen. Für die grossen Sportverbände heisst dies, ihre bisher schier uneingeschränkte Macht zu teilen und Entscheidungsbefugnisse zu delegieren. Wer nichts zu verbergen hat, sollte davor eigentlich keine Angst haben. Aber noch ist die Gegenwehr heftig, die Einsicht, dass internationale Kontrolle dem eigenen Ansehen dient, gering.

Zu kurz greift hingegen der Ruf nach staatlicher Kontrolle. Dies mag in transparenten demokratischen Ländern ein gangbarer Weg sein. Aber in Katar, Russland oder China? Oder hätten Sie Vertrauen in eine staatliche russische Kommission, welche den angeblich staatlich gelenkten Dopingbetrug untersucht? Diese Kommission gab es übrigens. Ihr Fazit? Da war nichts und Kronzeuge Rodtschenkow ist geistesgestört!

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