Der Meccano im Asylwesen ist im Grunde simpel: Der Bund weist den Kantonen Asylsuchende zu und diese müssen sie unterbringen – ob sie dies wollen oder nicht. Bei der Suche nach den benötigten Plätzen hat der Kanton in der Vergangenheit nicht immer die nötige Sensibilität für die Bevölkerung an den Tag gelegt; das Thema polarisiert stark und das Zusammentreffen verschiedener Kulturen verunsichert viele. Es darf deshalb nicht sein, dass der Kanton bei Unterkünften nach dem Motto «Wir nehmen einfach alles, was wir kriegen» handelt. Er muss die (Mikro-)Strukturen im Umfeld der geplanten Unterkünfte einbeziehen.

Die Asylunterkunft im ehemaligen A3-Werkhof in Frick ist ein Beispiel, wie es richtig läuft. Dies aus vier Gründen:

Erstens wurde die Gemeinde früh in den Prozess involviert und die Bevölkerung informiert. Gemeinde und Kanton verstehen sich als Partner. Das trug dazu bei, dass es in Frick kaum Widerstand gab.

Zweitens reagierte der Kanton auf veränderte Parameter und passte das Konzept an. Statt 300 Asylsuchende werden nun maximal 180 im Werkhof einquartiert.

Drittens gibt es einen klaren Zeithorizont: Die Bewilligung ist auf drei Jahre befristet. Dann ist Schluss. Das gibt der Gemeinde (Planungs-)Sicherheit auf der Zeitachse. Zentral ist, dass es dabei bleibt und dass aus der Befristung nicht durch die Hintertüre ein Dauerprovisorium wird.

Viertens nutzt der Kanton eine Immobilie, die aktuell weitgehend leer steht und erst ab 2018 oder 2019 anderweitig genutzt wird. Die Zwischennutzung macht Sinn – nicht nur ökonomisch. Aber eben: Es muss beim «Zwischen» bleiben.

thomas.wehrli@azmedien.ch