Kommentar

Der richtige Mann fürs Dahlihaus

Das Dahlihaus an der Holzgasse ist das älteste Gebäude in Hausen.

Das Dahlihaus an der Holzgasse ist das älteste Gebäude in Hausen.

In Hausen sind viele erleichtert – war nach der ausserordentlichen Gemeindeversammlung unter den Anwesenden zu vernehmen –, dass endlich ein Entscheid gefällt worden ist zum Dahlihaus. In der intensiven Debatte blieben Respekt und Anstand gewahrt. Meistens. Dann und wann kamen die Emotionen hoch, wurde ein Giftpfeil abgeschossen. 

Die umtriebigen Befürworter eines Verkaufs agierten im Vorfeld geschickt, waren – mit erfahrenen Medienprofis in den eigenen Reihen – präsent auf unterschiedlichen Kanälen, nutzten intelligent sämtliche Plattformen, um ihre Argumente darzulegen. Die Gegner eines Verkaufs dagegen hielten sich lange bedeckt, äusserten sich nicht öffentlich, sagten ab für die Podiumsdiskussion im Februar. Sie wollten, hiess es, nicht ausgestellt sein. 

Am Mittwochabend standen sie nun mit Namen hin für ihre Anliegen. Sie versicherten, dass sie sich nicht verstecken wollten, liessen aber ebenfalls durchblicken, dass sie sich benachteiligt, überrollt gefühlt hatten von den Befürwortern. Sie hätten, sagte ein Anwesender, alleine gegen das ganze Establishment von Hausen antreten müssen. 

Trotz Bedenken wäre bereits früher etwas mehr Beteiligung wünschenswert gewesen von den Gegnern. Sie werden nun hoffentlich gut mit dem beschlossenen Verkauf leben können. Denn Käufer Robert Kühnis aus Windisch mag unkonventionell oder manchmal auch eigensinnig vorgehen. Er hat aber mehrfach bewiesen, dass er mit Herzblut, Kreativität und seinem Auge für Altbauten ein Gebäude vor dem Zerfall retten und ihm erfolgreich neues Leben einhauchen kann: Fahrgut, Mühlehaus-Schopf, Häusermann-Haus, «Schifflände» oder Brogli-Haus. Der frühere Kantonsschul-Rektor und Windischer Gemeinderat ist der richtige Mann für das Dahlihaus.

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