Bildung

Der neue Wert der Schulbildung

Das Bildungsjahr 2016 zeigt: Bevölkerung und Politik beurteilen den Wert der Bildung unterschiedlich. Der Kommentar.

Die Aargauer Lehrer gehen auf die Strasse und protestieren gegen die Sparmassnahmen zulasten der Schule; sie ernten viel Verständnis und kaum Kritik. An der Urne entscheiden sich die Aargauerinnen und Aargauer für eine familienergänzende Kinderbetreuung und sie lehnen die Abschaffung des Berufswahljahres ab. Der Grosse Rat weigert sich, der Schule weniger Lektionen zuzusprechen. Die Regierung verspricht ein neues Lohnsystem, das Verbesserungen für Lehrpersonen bringt. Und Bildungsdirektor Alex Hürzeler erklärt, die Sparmöglichkeiten im Bildungsbereich seien weitgehend ausgereizt.

Diese Ereignisse aus dem Bildungsjahr 2016 zeigen, dass Bevölkerung und Politik den Wert der Schulbildung neu und etwas anders beurteilen. Trotz angespannter Finanzlage des Kantons mehren sich die Zeichen, dass sich die Aargauerinnen und Aargauer die bestehende Qualität der Bildung weiterhin leisten und nicht daran rütteln möchten. Die Erkenntnis setzt sich durch, dass diese Qualität zwar ihren Preis hat, dass man aber auch bereit ist, diesen Preis zu bezahlen.

Mit dieser Gewissheit, die uns das Bildungsjahr 2016 gebracht hat, kann die Schule Aargau auch zuversichtlich die nächsten Schritte wagen. Zum Beispiel die Auseinandersetzung mit dem neuen Lehrplan 21. Da geht es letztlich um die wichtigste und vielleicht auch schwierigste aller Schulfragen: Es gilt, aus der unendlichen Vielfalt der Welt auszuwählen, was den Schülerinnen und Schülern im Aargau vermittelt werden soll.

Aargauer Lehrerinnen und Lehrer protestieren gegen Sparprogramm des Kantons

8.11.2016: Aargauer Lehrerinnen und Lehrer protestieren gegen Sparprogramm des Kantons

Rund 6000 Lehrpersonen und Staatsangestellte haben in Aarau am Dienstag gegen Sparmassnahmen bei Bildung und beim Personal demonstriert. Auch die Bevölkerung habe von den jährlich wiederkehrenden Abbaumassnahmen genug, hiess es. Zur Protestkundgebung hatten zahlreiche Verbände und Gewerkschaften aufgerufen, vom Aargauischen Lehrerinnen- und Lehrerverband bis hin zum Verband Kantonspolizei Aargau.

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