Das wird ein langer, steiniger Weg zu erneuerbarer Energie vom Lindenberg – sollte sich überhaupt je eine Windturbine dort oben drehen. Vor gut 40 Jahren verhinderten beherzte Menschen ein Atomkraftwerk in Kaiseraugst unter anderem mit der elfwöchigen Besetzung des Geländes. Um heute das Gleiche zu erreichen, muss der Lindenberg nicht besetzt werden. Es genügt, alle rechtlichen Schritte auszuschöpfen, gegen alle notwendigen Bewilligungen Einwendungen zu machen – kurz, das Projekt mit relativ wenig finanziellem Aufwand sozusagen bis zum Sanktnimmerleinstag zu blockieren. Der Verein Pro Lindenberg stellt nichts weniger als das in Aussicht.

Ein Argument des Vereins sticht besonders heraus: Durch den Bau der Windkraftanlagen könnte das Grundwasservorkommen auf dem Lindenberg Schaden nehmen. Das darf – und das werden auch die Befürworterinnen und Befürworter von Windenergie auf dem Lindenberg nicht in Abrede stellen – unter keinen Umständen geschehen.

Andere Argumente des Vereins Pro Lindenberg sind, Stand heute, allerdings auch zu relativieren: So visualisiert der Verein einen Endausbau von elf Windrädern, obwohl noch nicht einmal ein konkretes Projekt für drei Turbinen zu beurteilen wäre. Oder es wird aufgezeigt, dass man sich auf dem Lindenberg weder zu Fuss noch auf der Langlauf-Loipe bewegen könnte, ohne im Winter möglicherweise durch von Rotorblättern herabfallende Eisbrocken erschlagen zu werden. Es ist zwar legitim, auch die emotionale Schiene zu fahren. Aber aus dem Jura ist dergleichen bisher nicht bekannt . . .

Einer konstruktiven Diskussion dienlich sind nur sachliche, nachprüfbare Argumente und Gegenargumente. Jetzt liegt es an den potenziellen Windparkbetreibern, die Aussagen des Vereins Pro Lindenberg Punkt für Punkt zu entkräften, soll ihr Projekt je zum Erfolg kommen.