Die Schweizer fliegen viel und gern. 2018 dürfte ein Rekordjahr werden für die Landesflughäfen. Die Marke von 60 Millionen Passagieren könnte erstmals geknackt werden. Billiger Treibstoff und neue effizientere Maschinen machen die Fliegerei für fast alle Bevölkerungsgruppen erschwinglich.

Im Unterschied zu Verkehrsmitteln, die sich auf dem Boden bewegen, hat die Aviatik einen entscheidenden Vorteil: Am Himmel gibt es buchstäblich keine Grenzen. Begrenzt wird die Aviatik nur am Boden: Bei der Abfertigung, den Starts und den Landungen.

Gerade auch in der Schweiz. Deshalb machen Aviatik-Lobbyisten Druck, die aus ihrer Sicht strengen Regimes zu lockern. Die Nachtruhe soll verkürzt, mehr Starts in Wohngebieten ermöglicht werden. Selbstverständlich gehören auch möglichst viele Inlandflüge dazu, um Umsteigepassagiere an die Drehkreuze zu befördern. Nur so, glauben die Lobbyisten, könnten die für die Schweizer Volkswirtschaft so wichtigen Interkontinentalstrecken aufrechterhalten werden.

Ist dem wirklich so? Ein Flughafen lässt sich auch betreiben, wenn weniger geflogen wird. Zumindest sind Zubringerflüge im Inland und dem nahen Ausland keine zwingende Voraussetzung für ein Drehkreuz.

Man kann auch im Zug zum Flughafen reisen und von dort in alle Welt fliegen. Das ist bequemer, ökologischer und wäre sogar im Interesse der Aviatiker: Dann gäbe es weniger Inlandflüge, und es könnten die freien Kapazitäten für die eine oder andere Interkontinentalstrecke genutzt werden.