Wer im alten Rom dem erlauchten Kreis der Bürger beitreten wollte, konnte den Prozess erheblich beschleunigen, indem er sich die Fürsprache eines mächtigen Römers erkaufte. Natürlich war das Bürgerrecht nur Männern zugänglich. Und natürlich brauchte man viel Geld, um auf dem Fast Track zum «civis romanus» aufzusteigen.

Das Dealen mit Staatszugehörigkeiten ist bis heute nicht aus der Mode gekommen. Mehr als ein Dutzend Länder bieten ihre Pässe auf dem Markt feil. Mann sein muss man zwar nicht mehr, aber Reichtum braucht es nach wie vor, um sich auf karibischen Inselstaaten oder Mittelmeerinseln einen Pass zu kaufen. Der Schweizer Pass aber, der bleibt unverkäuflich. Anders sieht es bei den Aufenthaltsbewilligungen aus, die sich reiche Ausländer seit 2008 dank einem Zusatzparagrafen im Ausländergesetz faktisch kaufen können. Dass Kantone in der Vorfreude auf mehr Steuereinnahmen reichen Ausländern B-Bewilligungen aushändigen, ist gefährlich.

Auch wenn jene, die dank dem Zusatzparagrafen ihren Wohnsitz in die Schweiz verlegen, allesamt harmlos sind (was die strengen Hintergrund-Checks garantieren), stellt die Praxis mit den käuflichen B-Bewilligungen langfristig ein Risiko für das stabile System Schweiz dar. Denn wo Geld aus gleichen Menschen ungleiche macht, wo Reichtum zum entscheidenden Faktor wird, da ist der Weg nicht weit zur Zweiklassengesellschaft. Und die können wir uns viel weniger leisten als die verträglichen Steuerausfälle, die eine Abschaffung des Kauf-Paragrafen mit sich brächte.

In diesen 13 Ländern gibt es legal die Staatsbürgerschaft zu kaufen: