Unternehmenssteuerreform III

Der Kanton muss rasch Klarheit schaffen

Die Aargauer Wirtschaftsverbände wollen eine Mehrbelastung mittelständischer Unternehmen verhindern.

Die Aargauer Wirtschaftsverbände wollen eine Mehrbelastung mittelständischer Unternehmen verhindern.

Die Wirtschaft legt ihre Forderungen an den Kanton auf den Tisch, was die Unternehmenssteuerreform III betrifft. Der Kommentar.

Im Februar 2017 dürfte das Volk bei der Unternehmenssteuerreform III das letzte Wort haben. Denn seit gestern sind die Unterschriften für ein Referendum zusammen. Zufälligerweise am selben Tag hat der Aargauische Gewerbeverband seine Hauptforderung an die
Kantonsregierung zur Umsetzung der USR III veröffentlicht. Sie deckt sich mit der Hauptforderung der Aargauischen Industrie- und Handelskammer, die bereits am Sonntag publik wurde. Die Verbände wollen eine Mehrbelastung mittelständischer Unternehmen verhindern.

Nun, ginge es allein nach dem Aargau, bräuchte es die USR III gar nicht. Sie kommt, weil die EU gewisse Steuervergünstigungen für Firmen in der Schweiz nicht mehr akzeptiert. Der Aargau war ein weisser Rabe, hat er doch praktisch keine solchen spezialbesteuerten Unternehmungen. Doch die Schweiz muss eine international anerkannte Lösung finden. Um attraktiv zu bleiben, müssen in der Folge die meisten Kantone – auch der Aargau – ihre Gewinnsteuern senken. Einen Teil der Ausfälle gleicht der Bund aus.

Doch was tun die Kantone noch, um attraktiv zu bleiben und um Steuerausfälle zu vermeiden? Basel-Stadt kommt Firmen und Privatpersonen steuerlich entgegen. Der Aargau hat dafür kein finanzielles Polster. Umso wichtiger ist es, dass die Regierung ihre Vorstellungen nicht erst nach, sondern vor der Februar-Abstimmung konkretisiert. Dann wissen die Aargauerinnen und Aargauer, was sie genau erwartet. So können sie entscheiden. Denn bekanntlich kauft niemand die Katze im Sack.

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