Seit zehn Jahren gibt es im Aargauer Umweltrecht bindende Bestimmungen zu Lichtemissionen. Diese verlangen unter anderem, dass Lampen zur Beleuchtung von Schlössern so einzurichten sind, «dass sie keine störenden Immissionen verursachen». Doch ausgerechnet der Kanton hält seine eigenen Gesetze seit Jahren nicht ein. Nur gerade Schloss Liebegg entspricht beleuchtungsmässig den geltenden Vorschriften, und das erst seit dem vergangenen Jahr.

Auch die Beleuchtungsdauer wirft Fragen auf: Ist es wirklich nötig, dass Schloss Hallwyl an Wochenenden durchgehend von 19 Uhr abends bis 7 Uhr morgens beleuchtet wird? Warum wird die Liebegg nur bis 23 Uhr, Schloss Lenzburg bis 0.30 Uhr und die Habsburg bis 1 Uhr angestrahlt? Schon vor sieben Jahren hat der Regierungsrat angekündigt, er wolle die Beleuchtungs-zeiten der Schlösser einheitlich regeln – passiert ist seither allerdings nichts. Ein leuchtendes Vorbild ist der Kanton also nicht, wenn es um die Schlösser geht. 

Man stelle sich vor, ein privater Hausbesitzer würde jahrelang gesetzliche Vorschriften missachten. Weder die kommunalen noch die kantonalen Baubehörden würden dies tolerieren. Der Eigentümer würde aufgefordert, den illegalen Zustand zu beheben, sonst müsste er mit einer Busse rechnen. Nun ist ein Schloss, das nicht korrekt beleuchtet wird, nicht dasselbe wie ein Wintergarten, der illegal erstellt wurde. Und was die einen als unnötige Lichtverschmutzung kritisieren, ist für die anderen ein schöner Anblick. Beides ändert nichts daran, dass Gesetze da sind, um eingehalten zu werden – gerade vom Kanton.