Es ist kein Trend, der schnell verfliegt. Die Sharing Economy, die «Wirtschaft des Teilens», ist zu einem ernst zu nehmenden Wirtschaftsfaktor geworden. Die Zimmervermietungsplattform Airbnb vermittelt heute schon weltweit praktisch gleich viele Betten wie die Hotelkette Hilton. Und dies mit einem Bruchteil des Personals. Auch in der Schweiz funktionieren das Zimmerteilen und das gemeinsame Nutzen von Büroflächen immer besser.

Der globalisierte Konsument schreit förmlich nach sinkenden Kosten und steigender Flexibilität. Die Netzgemeinde liefert es ihm, Investoren liefern das nötige Kapital. Die «Uberisierung», wie das Phänomen auch genannt wird, erfasst grosse Teile der Wirtschaft. Wer hier nicht mitmacht und auf geschützte Märkte baut, hat als Anbieter das Nachsehen. Es macht betriebswirtschaftlich gesehen Sinn, das Auto nicht den ganzen Tag lang in der Garage zu parkieren. Es macht aus Sicht des Nutzers Sinn, einen Videocutter in Sri Lanka für fünf Dollar zu beschäftigen, statt für das Gleiche hierzulande das Hundertfache zu berappen. Möglich macht das alles die technologische Entwicklung.

Spricht hier einer von Lohndumping? Fragt einer nach einer Nivellierung unserer Löhne und Arbeitsbedingungen? Selten. Doch die Gefahr ist nicht zu unterschätzen. Auch die Qualität der Dienstleistung könnte auf der Strecke bleiben. Aufzuhalten ist die Idee, eine an sich ur-kapitalistische, wohl nicht. Doch der Übergang in die neue Welt sollte möglichst kontrolliert erfolgen. Man muss ja nicht gleich alle Errungenschaften über Bord werfen.