Als sich der Gemeinderat von Gebenstorf AG gegen die Eröffnung einer Moschee wehrte, wurde er als ewiggestrig, ja als rassistisch hingestellt. Wenige Monate danach zeigt sich: Die Bedenken waren berechtigt. In den Räumen einer Pizzeria in Gebenstorf, die den Muslimen als Gebetsraum dient, hat ein radikaler Imam gepredigt. Er zog ebensolche Gläubige an und traf Fundamentalisten in Mazedonien.

Nach den grossen Moscheen von Winterthur und Biel gerät nun eine kleine Aargauer Moschee in die Schlagzeilen. Und man fragt sich: Wo sonst noch treiben radikale Imame ihr Unwesen? Saïda Keller-Messahli, die das Forum für einen fortschrittlichen Islam gründete, geht davon aus, dass die Mehrheit der Schweizer Imame islamistisch ist. Sie unterwandern muslimische Gemeinschaften und versuchen, Jugendliche zu radikalisieren. Wohin das im Extremfall führen kann, zeigt sich in Frankreich und Spanien: Oft handelt es sich bei Attentätern um junge Männer, die von Hasspredigern angestachelt wurden.

Anders als in Winterthur und Biel, wo Imame über Jahre ungehindert hetzen konnten, hat in Gebenstorf die Selbstkontrolle funktioniert: Der Vorstand der islamisch-albanischen Gemeinschaft suspendierte den Imam, weil ihm sein Gebaren unheimlich wurde. Die Trennung ging allerdings nicht friedlich vonstatten, sondern endete in einer Massenschlägerei. Der Vorstand hat mutig und richtig gehandelt. Doch Selbstkontrolle allein reicht nicht. Die Behörden müssen genauer hinschauen, Moscheen dürfen keine Black Box sein, sonst werden sie zum Nährboden für Gewalt.

patrik.müller@azmedien.ch