Schliessen Sie die Fenster, verstecken Sie Schmuck und Uhren gut. Diesen Hinweis finden Touristen mancher Hotels in der südafrikanischen Hafenmetropole Durban, wo Affen oftmals in Häuser eindringen. Das ist normal. Mysteriöser wird das Ganze, wenn ein Affe in einer Wellblechhütte eines Townships auftaucht. Und zum Mittelpunkt eines Gottesdienstes wird.

So geschehen in Gugulethu, einem Slum bei Kapstadt: Dort verspürte ein lokaler Pfarrer vor kurzem die Anwesenheit eines «Tokoloshes». Im südafrikanischen Volksglauben ist das ein zwergenhaftes, behaartes Teufelchen. Einige halten es sogar für einen bösen Geist. Sogleich machte sich die Gemeinde auf die Suche und wurde im Kleiderschrank einer Bewohnerin fündig. Weil der «Tokoloshe» bereits tot war, hielt sie es für eine «Gabe Gottes».

Während die Gemeinde das Pelzwesen in die Kirche verschleppte und feierte, nahmen Tierschützer die Ermittlungen auf: der böse Geist – bloss ein Affe. «Wir sind weder eine religiöse noch kulturelle Organisation und wollen niemanden beleidigen. Aber dieser Pavian tauchte bestimmt nicht aus dem Nichts auf», erklärten die Aktivisten. Schwellenland und die stärkste Wirtschaft am Kontinent – dennoch lebt der Geisterglaube in Südafrika fort.