Meiereien

Der Bestseller «Globi und der Goldraub»

«Globi und der Goldraub»: Dieses Bild findet sich auf dem Cover des neuen Buches.

«Globi und der Goldraub»: Dieses Bild findet sich auf dem Cover des neuen Buches.

Auf der Liste der meistverkauften Bücher lag das neue Globi-Buch «Globi und der Goldraub» letzte Woche auf Platz zwei. Das ist kein Zufall. Dass es ein Globi-Buch bis an die Spitze der Schweizer Bestsellerliste schafft, hat mit der Thematik zu tun, denn Kriminalfälle sind immer spannend; Globi ist und bleibt ein sympathischer Kerl; zudem sind Globi-Bücher ein traditionell beliebtes Ostergeschenk.

Jeder, der selber mit Globi-Büchern gross geworden ist, weiss, dass man die Verse auf der linken Seite nicht zu lesen braucht (höchstens Bundesräte tun das manchmal und finden dabei eingängige Slogans), die Bilder sind selbsterklärend. Mehr noch, manchmal wirken die soliden Verse eher störend. Dennoch dürfen sie nicht fehlen, wie sonst sollte man die vielen linken Seiten füllen?

Hier wird zudem vermutet – und jetzt wird es wirklich spannend – der Verkaufserfolg des neuen Globi-Buchs habe noch einen ganz anderen Grund: Der weltweit grassierende Ausmal-Trend hat inzwischen auch die Schweiz erreicht. Erwachsene Menschen kaufen sich grosse Schachteln mit vielen Farbstiften und dazu Ausmalbüchlein mit verschiedensten Sujets. Sie malen in der Freizeit leidenschaftlich und völlig in sich ruhend die vorgezeichneten Bilder aus. Das «Ausmalen für Erwachsene» boomt. Dazu passt das Globi-Buch ideal. Man darf annehmen, dass also viele gestandene Frauen und Männer sich den neuen Globi nur gekauft haben, um die vielen tollen Bildchen auszumalen, so, wie sie es damals getan haben oder gerne getan hätten.

Dem Vernehmen nach sollen demnächst verschiedenen Zeitungen täglich ihren Leserinnen und Lesern nebst den üblichen Texten und Fotos auch Bildvorlagen zum Ausmalen anbieten.

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Autor

Jörg Meier

Jörg Meier

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