Apropos

Den Vogel abgeschossen

Hat sich von Twitter verabschiedet: der Bundesvorsitzende der Grünen, Robert Habeck. (Archivbild)

Hat sich von Twitter verabschiedet: der Bundesvorsitzende der Grünen, Robert Habeck. (Archivbild)

Eine Erschütterung ging letzte Woche durch Deutschland. Die hochrespektierten Zeitungen «Welt am Sonntag» und «Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung» räumten ihre Spalten für ein ganz grosses Thema frei. Was war geschehen? Tritt Merkel doch noch einmal an? Oder hat die Nationalelf die Qualifikation für die EM verpasst?

Schlimmer! Der Bundesvorsitzende der Grünen, Robert Habeck, hat sich von Twitter abgemeldet. Die «FAS» titelte auf der Frontseite: «Warum er raus wollte», um dann auf der Seite 2 zum Auftakt des ganzseitigen Interviews einfühlsam zu fragen: «Wie geht’s?».

Die «Welt am Sonntag», die offenbar kein Interview mit Habeck bekommen hatte, liess sich nicht lumpen und 12 (in Worten: zwölf) Redaktoren antreten, um über Habecks Rückzug im Besonderen und soziale Netzwerke im Allgemeinen zu schreiben.

Habeck selbst begründete seinen Rückzug damit, das Netzwerk mit dem blauen Vogel-Symbol verleite ihn dazu, im echten Leben laut und polemisch zu sein. Erste Wirkung hatte der Entzug schon.

In der «FAS» sagte Habeck nach ausführlichen Erläuterungen über sein nun beendetes Twitter-Leben bescheiden: «Aber das alles mal beiseite: Wir stehen kurz vor dem Brexit, Amerika kriegt seine Haushaltsprobleme nicht gelöst, was wird aus Syrien? Es geht doch gerade um wichtigere Dinge.»

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